„Dear Passengers - the next stop is Hamburg Diebsteich.“ Diese Ansage wird in den ICE-Zügen wohl niemand hören. Doch genau dort, am Diebsteich, möchte die Deutsche Bahn ab 2027 den Fernverkehr aller Züge von und nach Altona abwickeln. Der neue Bahnhof soll rund zwei Kilometer nördlich vom jetzigen Standort den gleichen Namen tragen wie jetzt: Hamburg Altona.

Vorgesehen ist ein achtgleisiger Bahnhof mit sechs Fern- und Regionalbahngleisen sowie zwei S-Bahn-Gleisen.


Durch den Umzug werden große Flächen auf dem Areal des jetzigen Sack- und früheren Güterbahnhofs frei, die schon lange für das Neubauprojekt Mitte Altona mit tausenden neuen Wohnungen verplant sind.


Verkehrspolitisch ist das Vorhaben höchst umstritten.

Kritiker bemängeln, dass die Deutsche Bahn eher wirtschaftliche als fahrgastfreundliche Interessen vertritt. So fordert die Initiative Prellbock seit Jahren den Erhalt des jetzigen Bahnhofs im Zentrum Altonas.


Der Hamburger Journalist Sebastian Grundke hat alle Entwicklungen rund um das zweitgrößte Neubauprojekt der Deutschen Bahn in einer umfangreichen Timeline zusammengefasst.


Für viele Menschen am Diebsteich bedeutet die Verlegung des Bahnhofs eine gravierende Veränderung

ihres Quartiers. 

Einige gründeten eine Anwohner-Initiative, um in den Planungen von Politik und Bahn ihre Interessen zu vertreten.


Während der kontrovers verlaufenden Gespräche über die geplante Bahnhofs-Verlegung wurde bekannt, dass die Stadt Hamburg am Diebsteich unter anderem auch den Bau einer Konzerthalle mit 5000 Plätzen am Diebsteich plant. Die Anwohner*innen fühlten sich ungehört und luden zu einer Podiumsdiskussion mit Abgeordneten kurz vor der Bürgerschaftswahl Ende Februar 2020. Gut ein halbes Jahr später stellte die Stadt die Pläne für das Areal bei einer öffentlichen Veranstaltung am Diebsteich final vor. 




Seit 5.7. 2021 wird der neue Bahnhof Altona gebaut.